Interessantes aus der Chronik des Schwarzer Springer e. V. 

Schwarzer Springer gedenkt Bobby Fischer

Der Anstoß für das Gedenken an Bobby Fischer kam von Vereinsmitglieder Jochen Schepker, der mit einer Reisegruppe in Island die Gelegenheit nutzte die Grabstätte von Bobby Fischer zu besuchen:

"Bobby Fischer Liegt auf einem winzigen Friedhof in Laugadaelir bei Selfoss in Südwest Island. Die Kirche gehört zu einem Bauernhof, ein Dorf gibt es da gar nicht.  Kirche und Friedhof fassen höchstens 30 Personen. Fischer hat sich extra so ein bescheidenes Grab ausgesucht, er wollte keine große Aufmerksamkeit.

Ich habe dort eine Gruppenreise geleitet und den Gästen die Geschichte von Robert Fischer erzählt. Der Friedhof liegt nur 1km abseits der Island-Ringstraße Nr. 1 und ist leicht zu erreichen, wenn man weiß wo das Grab liegt. Es gibt keine Hinweisschilder. Es standen ein paar Schachfiguren auf dem Grab und ein paar Blumen, sonst alles sehr bescheiden." (Jochen Schepker)

                

 

Anlässlich der Vollendung seines 90. Lebensjahres wurde Schachfreund

 

Franz Kauer

 

von Dr. Hans- Joachim Schepker und Hans- Gerd Arntken mit der Überreichung einer Ehrenurkunde geehrt.

Nach 62 Jahren der Mitgliedschaft in einem Schachverein - zunächst 60 Jahre im SC Weißer Turm Rastede e.V., nun 2 Jahre im Schwarzer Springer e.V. - und hochgerechnet annähernd  30 000 gespielten Schachpartien ist Franz geistig flexibel wie eh und je. Dieses vielleicht ja auch gerade wegen der vielen Schachpartien. Die Mitglieder des Schachvereins Schwarzer Springer  e.V. wünschen Franz auch weiterhin viel Freude am Schachspiel im Kreise seiner zahlreichen Schachfreunde im Ammerland.

 

 

Schachfreundschaften - oder                                                                                                     "Ein Spiel von Welt“,  und Hubert sein Fan - und mehr.   

Es geht um ein Spiel. Ein faszinierendes und Jahrtausende alt. Bereits vor Jahrzehnten hat man sich nach langen Diskussionen überzeugen lassen, dass es auch Sport ist. Heutzutage stellt es keiner mehr infrage. Es gibt kluge Leute, die noch einen Schritt weiter gehen und es als eine Art Kunst ansehen. Damit nicht genug, erblicken manche sogar wissenschaftliche Aspekte darin.

Wovon die Rede ist? Der Leser hat es sicher schon erkannt: Vom Schach!

Was ist Schach aber nun wirklich?

Bestimmt von allem etwas. Der Versuch einer Definition:

Ein Spiel ist es, wenn man es  z. B. ohne besonderen Tiefgang als abendlichen Zeitvertreib nutzt. Oder wenn man sich noch in den Anfangsgründen befindet und danach trachtet, seinem Partner möglichst viele seiner Figuren  weg zu nehmen, in der oft trügerischen Hoffnung, dann besser gewinnen zu können. Um dann aber feststellen zu müssen, dass man zwar mehr Material besitzt aber trotzdem verloren hat, weil der eigene König mattgesetzt ist.

Sport ist es, wenn man es unter Turnierbedingungen betreibt und dabei mitunter gehörig ins Schwitzen kommt und auch Puls und Blutdruck beachtlich ansteigen.

Wie beim Jogging – und Jogging ist doch Sport?!

 

Schach kann aber auch Kunst sein. Zum Beispiel dann, wenn es jemanden gelingt, seinen Gegner in einer mehrzügigen, zwangsweise sich ergebenden Wendung - womöglich noch mit Damenopfer - in ein Matt-Netz zu ziehen. Faszinierend anzuschauen. Der frühere Weltmeister Michael Tal – aber auch andere Spieler – war ein solcher Künstler.      Tal hat man sogar den Schachzauberer genannt.

Und wie ist es mit der Wissenschaft? Hierzu  wird Schach spätestens dann, wenn es darum geht, Schachstudien selbst zu erstellen oder solche zu lösen. Da wird’s  nun wirklich schwierig. Es kann Stunden  dauern bis man die Lösung findet.

Manchmal entdeckt man den Lösungsweg  erst am nächsten Tag – oder auch nicht. Wie in der Wissenschaft.

Man erkennt leicht: Sie müssen zwangsläufig sehr vielseitig begabt sein – diese Schachspieler.

Unser Jubilar Hubert ist ein solcher.

Als Spiel beherrscht er Schach im Schlaf, als Sport betreibt er es in vielen Turnieren; kunstvoll anmutende Kombinationen sind ihm in vielen Wettkampfpartien gelungen und das Lösen von Schachstudien – soeben als Wissenschaft bezeichnet – ist für ihn sogar schon zu einer monatlich stattfindenden Routine geworden.

Fast regelmäßig löst er Schachstudien in der „Rochade Europa“ - oder er versucht es. Meistens mit Erfolg - und erreicht dann auch die maximale Punktzahl.

Manchmal erscheint er auch nicht in der Löser -Liste. Nicht, dass er dann alles falsch gemacht hätte.

Nein, er hat nur vergessen, die Lösungen einzureichen.

 

Damit nicht genug. Schachspieler sind oft auch musisch begabt. Es gibt in der Schachwelt viele Vorbilder;  an dieser Stelle sei beispielhaft nur einer aus der früheren Weltspitze genannt:  Großmeister Mark Taimanov. Der war schon in Bad Zwischenahn, dort  wo der Schreiber dieser Zeilen wohnhaft ist, hat hier um die Senioren WM mitgespielt - die leider ein anderer gewonnen hat - und nebenbei noch ein wundervolles Klavierkonzert gegeben.

Auch ein paar richtige Weltmeister waren schon in Bad Zwischenahn, viele Jahre zuvor – das waren Anatoli Karpov und Jakow Estrin, im Jahre 1977.     

Aber was zählt das alles schon?

Wir wissen bereits, auch Hubert ist ein guter Schachspieler und seine außerordentlichen musischen Fähigkeiten kann er immer noch  mittels seiner grandiosen Bassstimme seinem Publikum darbieten  - ein gewisser Günther Emmerlich und Günter Wewel  erinnern an ihn - und auch Hubert war schon in Bad Zwischenahn, genau wie Mark Taimanov.

Der kam mit seiner Frau. Auch Hubert kam mit seiner Frau, mit Gisela und natürlich mit den Kindern Maria und Viola.

Aber wie kam nun das?

Blicken wir zurück: Es war 1990, die Zeit der sogenannten Wende in der DDR. Die Mauer war überwunden. Bereits zuvor hatte es Kontakte gegeben zwischen einem Mitglied des SC Schwarzer Springer Bad Zwischenahn und einem des Schachvereins Zeitz. Im Vorstand der „Springer“ brauchte man nicht lange beraten, ob eine Einladung an die Schachfreunde in Zeitz ausgesprochen  werden könne. 

Natürlich konnte man - und wollte auch.

Und so machten sich dann die Zeitzer am 15. Juni 1990 auf den Weg, mit vier oder fünf Fahrzeugen, in den gar nicht so fernen und ihnen doch damals weitgehend  unbekannten Kurort Bad  Zwischenahn. Das Treffen begann mit einem Grillabend. Es gab viel zu erzählen und dann natürlich auch Schach gespielt.

Dem Kurort Bad Zwischenahn wurde ein Besuch abgestattet. Auf der Freischach-Anlage im Kurgarten wurden einige Partien gespielt. Im rustikalen Restaurant „Spieker“ konnten die Zeitzer eine ganz neue Erfahrung machen:         

  Warum und wie man sich im „Spieker“ beim Aal- Essen  in Schnaps die Hände wäscht.

Auch der Ammerländer Trinkspruch ist sicher noch manchem geläufig.    

Hier ist er noch einmal:

   Gastgeber:  „ICK SEH` DI".                                 Gast : "DAT FREIT MI".                 Gastgeber: "ICK SUP DI TO".        Gast:  “DAT DO“.

                                       Gemeinsam: "PROST”.               

        Gastgeber:                                                      Gast:

“ICK HEFF DI TOSOPEN".                "HEST´N  RECHTEN  DROAPEN".                                                                              

Ein Gegenbesuch der Zwischenahner Schachfreunde in Zeitz wurde für Oktober des gleichen Jahres vereinbart.

Nachdem ein Stau auf der Autobahn vor Gera glücklich überwunden war, trafen die Zwischenahner ebenfalls mit mehreren Privatfahrzeugen am späten   Nachmittag in der ihnen damals ebenso fremden Stadt Zeitz ein.

Ein viel- und weitgereister Mensch hat vor langer Zeit einmal gesagt:

"Ein Schachspieler wird sich in jedem Ort der Welt wohlfühlen, sofern er dort nur Schachspieler trifft.“    

So war es in diesem Falle  auch. Quartiere für die „Springer“ waren schon bereit gestellt, dafür hatten die Zeitzer Schachfreunde gesorgt. Der Schreiber dieser Zeilen und seine Frau wurden von Gisela und Hubert herzlich aufgenommen. Auch alle anderen „Springer“ kamen in Privatquartieren unter - dann gab es viel zu erzählen.

Dazu gab es überraschend viel zu sehen und zu erkunden in der Region:           Die aus dem Mittelalter stammenden geheimnisvollen unterirdischen Gänge in Zeitz wurden in einem Teilbereich begangen. Insgesamt sollen die Gänge über 9000 Meter lang sein. Das Völkerschlachtdenkmal wurde erstiegen und die Aussicht genossen. Ein Stück des Zeitzer Theaters mit Gisela und Hubert als Darstellern wurde vorgeführt: „Aletheia“ oder „Wer die Wahrheit geigt“ – ein tiefsinnig/hintergründiges Stück, gemünzt auf die DDR- Realität.                         

Es wurde natürlich auch ein Schachturnier gespielt. Das Ergebnis des Vergleichswettkampfes habe ich unterdessen vergessen; es war auch nebensächlich, denn es ging doch um weiteres  Kennenlernen und um die Geselligkeit.

Und die kam wahrlich nicht zu kurz:

Es wurde geblitzt, mit 5 Minuten Bedenkzeit für jeden Spieler. Bei meinen Partien gegen Hubert hat fast immer Hubert gewonnen.       

Kein Wunder, die 5 Minuten, die ich auf meiner Uhr zur Verfügung hatte, müssen  immer einige Sekunden kürzer gewesen sein als seine.

Doch dann  kam die Stunde des Abschieds und mit vielen neuen Eindrücken machten sich die Springer auf den Rückweg nach Bad Zwischenahn.

 Eine Erinnerungsplakette an die  Treffen mit den Schachfreunden Zeitz hat auch heute noch, nach 27 Jahren, einen festen Platz in meinem Gästezimmer.

Damit war die Story beileibe nicht zu Ende. Es hat in den Folgejahren nach 1990 weitere familienbezogene Besuche gegeben. Wieder wurde gegrillt - wieder wurde Schach gespielt.

Zu einem geflügelten Wort ist anlässlich einer gemeinsamen Autofahrt der Ausspruch eines Mitfahrers geworden: „Hans, Du musst links blunken“, woran sich auch Tochter Viola noch erinnerte.

Nach Besuch und Gegenbesuch blieben einige Familien auch weiterhin in telefonischen Kontakt. Zudem gab es spontane Besuche auf der Durchreise von oder zu einem Ferienziel in West oder Ost. Man erfuhr von Trennungen, Scheidungen, Wohnort- und beruflichen Veränderungen, diese sowohl im Bad Zwischenahner Bereich als auch noch spürbarer in den nunmehr „neuen Bundesländern“ , verursacht durch nicht immer bürgerfreundlich gemanagte Entwicklungen in Wirtschaft und Politik.

Der Schreiber dieser Zeilen nutzte u. a. die Besuchsgelegenheit bei Gisela und Hubert im Mozartjahr  mit Aufführung ihres Stückes: „Wie stark ist nicht dein Zauberton.“ Unvergessen der Empfang durch Hubert, der zur Begrüßung  seine wunderbare Bassstimme erklingen ließ und singend die Treppe herunter spazierte.

Beim Treffen im Oktober 2011 in Rostrup, dem neuen Wohnort des Schreibers, nutzten man die Zeit zu einer Fahrt in reizvolle ostfriesische Küstenorte wie Greetsiel und Ditzum mit Deichwanderungen in einer Schafherde und  einem misslungenen Bad von Hubert im Nordseeschlick.

Ein weiteres Bad im Zwischenahner Meer – in welches Hubert blitzsauber hinein stieg und grün wieder heraus kam  - gehörte natürlich ebenso dazu wie das obligatorische Aal-Essen, diesmal nicht im Spieker sondern zu Hause als Brat-Aal und auf dem eigenen Herd gebrutzelt. Neben anderen Treffen gab es ein weiteres anlässlich des internationalen Schachturniers um den Rügenwalder Mühle  Nordwest- Cup 2016. Hieran beteiligte sich Hubert als aktiver Turnierschachspieler und zusammen mit seiner Frau Gisela als Schauspieler und Sänger anlässlich der Eröffnung des Turniers.          

Dass nebenbei am Abend auch noch Blitzpartien im Schach gespielt wurden, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

Ausgang? Ihr ahnt es: Huberts Uhr läuft immer noch irgendwie langsamer als meine eigene.

Und doch ist eines sicher: Beim nächsten Treffen wird wieder eine Runde Blitzschach gespielt.

 

Hans- Gerd Arntken

(Aktualisierte/erweiterte Fassung eines Beitrages in der Festschrift zum       70. Geburtstag im Jahre 2012 für Hubert Reimann, Kretzschau, Schauspieler und Sänger und – Schachspieler)

 

Wann sind wir Wo?

Bad Zwischenahn

Montags ab 19.30 Uhr

  • Vereinsheim            Haus Brandstätter

  • Am Brink 5                      

Mittwochs ab 14.30 Uhr 

Senioren 

  • Cafe Wandelhalle     Auf dem Hohen Ufer

 

Freitags ab 15.00 Uhr

Jugend

  • Realschule Humboldtstraße 1d

  • Raum 24 

 

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