Turnierberichte

Jannes Gerdes bei der deutschen Deutschen Schachjugend Einzelmeisterschaft in
Willingen 19. - 27.05.2018 -
 
Ein Erfahrungsbericht
 

 

Nach der Ankunft und Anmeldung im Sauerland Sternhotel am Samstag, den 19.05. haben wir Namensschilder bekommen, mit denen wir den Zutritt zum großen Turniersaal erhielten.

Gleich danach gab es zentrale Regelkunde, bei der die Turnierregeln für die DEM 2018 erklärt wurden. Nach dem Abendessen fand die offizielle Eröffnungsfeier unter dem Motto „Lasker“ zu Ehren von Emanuel Lasker statt. Emanuel Lasker wurde vor 150 Jahren geboren und war bis heute der einzige deutsche Schachweltmeister.

Es wurden die Ausschnitte auf der großen Leinwand aus dem Jahr 2017 gezeigt, das DEM-Team wurde vorgestellt. Jedes Bundesland stellte sich vor, indem dessen Flaggein musikalischer Begleitung  von einigen Kindern feierlich auf die Bühne getragen wurde.

Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr mit der Vorbereitung und anschließender Partie los. Es wurden in der U10 und U12 jeweils 11 Runden nach Schweizer System gespielt.

„Meine Gegner waren sehr stark, darum habe ich lange nachgedacht und versucht, die besten Züge zu finden. Meine längste Partie hat über 4 Stunden gedauert. Einmal haben wir nicht aufgepasst und uns auf die falsche Farbe vorbereitet. Das war nicht so toll“, sagt Jannes.

Jeden Morgen erschien die Meisterschaftszeitung, Emanuel, die über den aktuellen Tagesplan, Einblicke in die Meisterschaft, knifflige Rätsel und vieles mehr berichtete.

Es gab für Mitreisende täglich die Möglichkeiten, sich die verschiedenen Vorträgeanzuhören und bei den Kommentierungen der Live-Partien durch Experten dabei zu sein.

Jannes hat besonders der Freizeitraum gefallen, wo er zwischen den Partien mit anderen Kindern spielen konnte. Viele Kinder kannte er schon von anderen Turnieren.„Ich fand es toll, dass GM Artur Jussupow vor Ort war und die Zuschauer durch die Partien des Tages geleitet hat. Ich habe ihn sogar kurz kennengelernt. Zum Ende der DEM kam auch die Deutsche Nr. 1 Elisabeth Pähtz nach Willingen“, berichtet Jannes. 

Mit der Siegerehrung am Samstagabend ging die Meisterschaft zu Ende.

Wir haben spannende Tage erlebt und hoffen nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

 

Jannes belegte bei seiner ersten Teilnahme an einer DEM den 48. Platz von 56 Teilnehmern und erzielte aus 11 Runden 4,5 Punkte. Der erste Platz wurde mit 8,5 Punkten vergeben.

Wir haben spannende Tage erlebt und hoffen nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

 

v.l.n.r.: Birgit Scheffner, Marco Drewes, Jarno Scheffner, Uwe Ritter, Sven Hagemann, Stefan Kewe, Daiana Kewe (Quelle: Sven Hagemann)

Schachfreund Uwe Ritter holt mit

Team Niedersachsen Bronze bei Schach-WM in Dresden

Bei der erstmalig ausgetragenen Mannschaftsweltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung erreichte das Team Niedersachsen überraschend Platz 3. Das Turnier fand vom 14.-21. Oktober 2018 im Windham-Garden Hotel in Dresden statt. Für Niedersachsen waren am Start: Brett 1: Marco Drewes (Peine); Brett 2: Sven Hagemann (Braunschweig); Brett 3: Uwe Ritter (Bad Zwischenahn); Brett 4: Jarno Scheffner (Nordhorn-Blanke); Nr. 5: Stefan Kewe (Lingen). Stefan war zudem Mannschaftskapitän; begleitet wurde die Mannschaft von Birgit Scheffner und Daiana Kewe. Der Schachclub gratuliert ganz herzlich zu diesem Erfolg!

 

Ein ausführlicher Turnierbericht von Uwe ist im Bereich "Turniere > Turnierberichte" zu finden. 

Team Niedersachsen (Quelle: Sven Hagemann)

1. Worldteamchampionchip for disabled people in Dresden - 15. 10.2018 bis 21.10.2018

(Ein Bericht von Uwe Ritter)

 

Am Anfang stand bei mir nur eine Idee und ich wusste nicht wie man diese umsetzen sollte. Vom niedersächsischen Schachverband kannte ich bis dahin nur Stefan Kewe vom SV Lingen, von dem mir bekannt war, dass er für diese Idee in Frage kommt. Beim Mannschaftskampf in Lingen mit der II. Mannschaft, am Anfang dieses Jahres, habe ich ihn daraufhin angesprochen und er erzählte mir, dass es weitere Spieler gibt, die an diesem Wettbewerb Interesse haben. Schon 2 Tage später stand das Team mit den Spielern Marco Drewes, Sven Hagemann, Jarno Scheffner und Stefan Kewe und meiner Person fest. Im Laufe der nächsten Tage und Wochen lernten wir uns mittels der modernen Kommunikationstechniken näher kennen. Beim NSV-Grand-Prix in Peine trafen wir uns dann zum ersten Mal. Man freundete sich an und lernte sich schätzen.

 

Noch im Frühjahr gelang es uns einen Trikotsponsor, Hansa Wohnstift am Vechtesee, zu finden. Hierfür gebührt der Mutter von Jarno, Birgit Scheffner, unser aller Dank. Es sollte sich später noch herausstellen, dass eine einheitliche Kleidung aller Teammitglieder nicht nur bei anderen gut ankommt, sondern auch dem Spieler und damit dem Team sehr viel Freude bereitet, was durchaus eine positive Auswirkung auf die Motivation hat. Insgesamt verfügten wir nun über drei verschiedene Hemden und eine Jacke. Alle Kleidungsstücke waren mit unserem Namen versehen. Später gelang es Stefan Kewe noch einen weiteren Sponsor, Firma Hänsch, zu finden, der speziell die Belange von Menschen mit Handicap unterstützt. Dies führte dazu, dass wir die Kosten für die Hin- und Rückfahrt sowie der Unterkunft mit Halbpension nicht selber tragen mussten.

 

Die Vorfreude wuchs mit jedem Tag, mit dem das Ereignis näher rückte. Insbesondere nachdem wir eine Vorabinformation erhielten, wie viele Mannschaften teilnehmen würden und dabei die Mannschaftsmeldungen einsehen konnten, demnach waren wir Vierter in der Setzliste, von insgesamt 10 Teams. Am Tag der Anreise erfuhren wir dann, dass das gemeldete Team aus Marokko nicht kommen wird. Angeblicher Grund war, dass man seitens der deutschen Behörden kein Visum erteilt habe. Das gemeldete russische Jugendteam war noch mit vier Teammitgliedern am Moskauer Flughafen gesichtet worden, jedoch nur zwei Spieler fanden den Weg nach Dresden. Um diesen beiden Spielern eine Teilnahme zu ermöglichen, wurde das Team mit zwei deutschen Spielerinnen aufgestockt, was gleichzeitig aber auch für die Mannschaft bedeutete, dass man bereits zu Rundenbeginn stets 2:0 im Rückstand lag.

 

Am nächsten Tag zunächst die Besprechung der Mannschaftskapitäne mit den Organisatoren, am frühen Nachmittag dann die Eröffnungsfeier. Mit dabei waren zwei Dolmetscher vorne auf der Bühne, er war für die sprachliche Übersetzung zuständig, Sie für die Gebärdensprache. Dazu eine kleine Zaubershow, mit den üblichen kleinen Tricks sowie diverse Grußbotschaften, jedoch vom deutschen Schachbund keine. Dies muss man nicht weiter kommentieren. Eine offizielle Mannschaft des DSB fehlte übrigens auch. Lediglich die Schachjugend war vor Ort, dazu zwei weitere deutsche Privat-Teams, mittendrin wir als Team Niedersachsen.

 

Am Tag der Eröffnung hatten die Fotografen viel zu tun, nicht nur wir waren das Objekt der Begierde, sondern auch das deutsche Jugendteam, bestehend aus zwei Brüderpaaren, die wunderschöne Hüte und auf Ihren Polo-Hemden die Aufschrift "Die doppelten Doppelgänger" trugen. Wie der Zufall es wollte, die beiden meistfotografierten Teams spielten in der ersten Runde gegeneinander. Der Auftakt war holprig nicht nur bei mir, am Ende siegte aber das höhere Spielverständnis und ein verdienter 3,5 : 0:5 Sieg konnte am Ende verbucht werden.

 

Am zweiten Tag das topgesetzte russische Team mit 2 Internationalen Meistern an den ersten beiden Brettern. Niemand gab uns eine Chance, am Ende stand ein hochverdientes 2:2, dabei war aber mehr für uns drin.  Mehr als 50 Züge lang hatte mein Gegner, einer der beiden IM`s, erfolglos versucht die Grundidee seiner Eröffnung umzusetzen, bis dahin ohne Erfolg, dann in der Zeitnotphase nach mehr als 5 Stunden ein kleiner Fehler und die Partie war schnell vorbei, dabei hätte ich nur Lf6, Lg7, Lf6, Lg7 etc. nach Meinung einiger Kiebitze spielen müssen. Erwähnenswert noch an diesem Tag, Marco Drewes erzielte seinen ersten Sieg gegen einen IM überhaupt und unser "Benjamin" Jarno, schlug einen mehr als 300 Punkte stärkeren Gegner im großen Stil.

 

Ich nehme es hier vorweg, Jarno spielte ein großartiges Turnier, tolle Partien, und am Ende erzielte er das beste Ergebnis am Brett 4 von allen Mannschaften. Diese Entwicklung war vor zwei Jahren noch undenkbar, als Jarno im Rollstuhl mehr oder weniger perspektivlos vor sich hinlebte. Seiner Mutter, die ihn nie aufgegeben hat, ist es zu verdanken, dass er mit dem Schachspiel in Berührung kam, dies führte zu einer beschleunigten Entwicklung, die einmal mehr unterstreicht, wie pädagogisch wichtig das Schachspiel sein kann.

 

In der dritten Runde die große Ernüchterung, eine heftige Niederlage gegen die als schwächer eingestuften Polen. Jedoch die Wertungszahlen im östlichen Teil Europas können täuschen, da dort nicht jedes Turnier ausgewertet wird und trotzdem mehr Turniere stattfinden als hier bei uns in Deutschland. Zudem der Spielstil, derart staubtrocken, dass ich alleine vor meinem Gegner nur den Hut ziehen kann, wie er minimalste kleinste unmerkbare Stellungsvorteile in einen vollen Punkt umwandelt. Am Ende erzielte nur Marco Drewes ein Remis, alle anderen verloren chancenlos.

 

In der vierten Runde die direkte Auseinandersetzung mit dem dritten deutschen Team. Es wurde lange gekämpft, am Ende sprang ein verdienter 3,5 : 0,5 Erfolg heraus. Beim Abendessen dann die Diskussion, wie spielen wir morgen gegen die russische Frauenmannschaft. Völlig überraschend gab Jarno bekannt, ich spiele nicht, was die anderen Teammitglieder überrascht zur Kenntnis nehmen mussten, war er doch bei uns schon aufgrund der Resultate und Leistungen eine gesetzte Größe. Umso bemerkenswerter seine Reaktion, strahlende Augen, große sichtbare Zufriedenheit, als er am nächsten Tag mitbekam, dass derjenige der eigentlich aussetzen sollte, gewonnen hatte.  

 

Dabei waren die Damen eine Herausforderung, letztendlich siegten wir schmeichelhaft mit 3:1. Meine Partie ist nicht der Rede wert, da ich eigentlich hätte verlieren müssen, am Ende jedoch zum zweiten Mal einen Punkt einfahren konnte, den man so nicht einfahren will. Bemerkenswert noch, die Begrüßung seitens meiner Gegnerin vor der Partie. Neben dem üblichen Handschlag folgte eine wilde Abfolge von Bewegungen, die ich als von Geburt an Hörgeschädigter nicht verstand, denn bis dato gab es für mich keine Notwendigkeit die Gebärdensprache zu erlernen. Wie mir andere später erklärten, war dies nur die Mitteilung, Sie freue sich, gegen mich zu spielen.

 

Bei der Auslosung zur 6. Runde war uns Glücksgöttin Fortuna holt. Die russischen Gehörlosen-Männer-Mannschaft hatte als Tabellenvierter aufgrund der ungeraden Teilnehmerzahl spielfrei. Dies bedeutete, wir bekamen das russische Jugendteam zugelost und führten damit schon von Beginn an mit 2:0, der Rest war Formsache und wurde relativ zügig von Jarno gelöst. Stefan rundete das Ergebnis mit einem Remis, zum 3,5 : 0,5 Endstand, ab. Das Warten begann, denn wir wussten bereits, sind wir Dritter und Russland PTCA und Polen liegen vor uns, nur dann haben wir spielfrei und somit eine Medaille sicher. 

 

Letztendlich kam es wie erhofft, wir waren als Dritter tatsächlich spielfrei, die Freude im Team Niedersachsen kannte nun keine Grenzen mehr. Die technisch starken Polen, die nur gegen den Goldmedaillen-Gewinner Russland PTCA verloren hatten, gewannen am nächsten Tag souverän und sicherten sich Ihre Silber-Medaille.

 

Das Fazit dieser erstmalig ausgetragenen Veranstaltung ist, wir haben die Gunst der Stunde genutzt. Durch die Abwesenheit anderer, haben wir eine WM-Medaille von der FIDE, die uns keiner mehr nehmen kann. Mein Dank an "Karla Kolumna" Birgit Scheffner und "Karlo Kolumna" Sven Hagemann, die während des Turniers die Öffentlichkeitsarbeit übernahmen. Ein besonderer Dank auch an die Sponsoren Hansa Wohnstift und Fa. Hänsch. Eine tolle Woche ist zu Ende, die Realität hat uns schon lange wieder eingeholt.

 

Uwe Ritter

28.10.2018

 

 

 

Wann sind wir Wo?

Bad Zwischenahn

Montags ab 19.30 Uhr

  • Vereinsheim            Haus Brandstätter

  • Am Brink 5                      

Mittwochs ab 14.30 Uhr 

Senioren 

  • Cafe Wandelhalle     Auf dem Hohen Ufer

 

Freitags ab 15.00 Uhr

Jugend

  • Realschule Humboldtstraße 1d

  • Raum 24 

 

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