#1 Sei dankbar für die Lehrstunde 

Die Ausgangslage vor der Partie, die ich Ihnen heute zeige, konnte nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite der erst 18-jährige Kasparov, die neue sowjetische Hoffnung des Schachs mit starken Ambitionen eines Tages Weltmeister zu werden. Auf der anderen Seite eine der schillernsten Figuren der Schachgeschichte, der 46-jährige Däne Bent Larsen, der sich in seiner besten Zeit mit dem legendärem US-Amerikaner „Bobby“ Fischer darum stritt, wer der beste Spieler der westlichen Hemisphäre sei. 

Obwohl Larsens beste Zeit schon seit mehreren Jahren vorüber war, war er für viele Spieler am Brett immer noch eine unberechenbare Größe, die man auf gar keinen Fall unterschätzen durfte, denn er war nach wie vor in der Lage, jeden zu schlagen. Dies hatte er zuletzt 2 Jahre zuvor bewiesen, als er beim Turnier in Montreal (1979) den letzten Platz belegte. Bei diesem Turnier fügte er dem damals amtierenden Weltmeister Anatoli Karpov, welcher das Turnier zusammen mit Michael Tal überlegen gewann, die einzige Turnierniederlage bei. 

Nach der Partie war Kasparov nach eigener Aussage über den Ausgang der Auseinandersetzung mit Bent Larsen sehr verärgert, hatte er doch aus seiner Sicht, eine zum Teil überlegen geführte Partie nicht gewonnen. Boris Spasski hingegen sah dies anders und ließ den erst 18-jährigen Kasparov wissen:“ Warum bist Du sauer? Du solltest Benya (Larsens Spitzname) für diese Lehrstunde bezahlen!“ 

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

Benya neu.txt
Text-Dokument [8.8 KB]

#2 Jung und ambitioniert versus Erfahrung der Extraklasse

Viele Schachspieler verfügen über ein gesundes Selbstvertrauen und folglich kennt ihr Optimismus keine Grenzen. Der häufig damit verbundene starke Glaube an die eigenen Fähigkeiten führt nicht selten dazu, dass am Schachbrett gegnerische Möglichkeiten immer wieder unterschätzt werden. So auch in der heutigen Partie, die ich Ihnen gleich zeigen werde.

Ich zitiere aus den Erinnerungen des deutschen Großmeisters Christopher Lutz:

„Erst durch Niederlagen gegen stärkere Spieler werden die eigenen Grenzen aufgezeigt und die jugendliche Energie kann sich in ein gereiftes Schachverständnis umwandeln. So war es auch mit der nachfolgenden Partie. Sie hat mir persönlich die Erkenntnis gebracht, überhaupt nichts vom Schach zu verstehen, doch durch die Analyse konnte ich viel dazu lernen“.

Zur Vorgeschichte, die erste Partie zwischen den beiden Protagonisten, im Jahr zuvor, endete Remis. Während der zweiten Auseinandersetzung beim Turnier in Dortmund, im Jahr 1993, wähnte sich Christopher  Lutz, dem man seinerzeit zutraute, in die Fußstapfen Robert Hübners zu treten, leicht im Vorteil, als ein Qualitätsopfer seines Gegners ihn prompt auf den Boden der Tatsache zurückholte.

Mit nur einem Bauern für die Qualität und ein paar weiteren kleinen Stellungsvorteilen übernahm sein Gegner, Ex-Weltmeister Anatoli Karpov, die Initiative. Diese wandelte er durch  die Ansammlung weiterer kleiner mikroskopischer Vorteile 53 Züge später in einen vollen Punkt um.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

Lutz-Karpov.txt
Text-Dokument [15.0 KB]

 

Das Caro-Kann-Debakel

 

Die internationale Schachbühne betrat er mit einem Paukenschlag, als er bei einer Vereinsmeisterschaft einen Meisterkandidaten im großen Stil schlug. Ein Jahr später, im Alter von 14 Jahren, wurde er Internationaler Meister. Mit 15 gewann er zum ersten Mal die US-amerikanische Meisterschaft.

 

Mit seinem 5. Platz beim Interzonenturnier in Portoroz, im gleichen Jahr, qualifizierte er sich für das WM-Kandidatenturnier. Für diesen Erfolg wurde ihm von der FIDE der Großmeistertitel verliehen. Sie wissen es schon längst, es geht um den jungen Robert James „Bobby“ Fischer.

 

Beim Kandidatenturnier 1959, ausgetragen in den Städten Bled, Zagreb und Belgrad, traf der erst 16-jährige Fischer unter anderem auf die sowjetischen Teilnehmer Tal, Keres, Smyslov und Petrosian. Gleich in der 2. Runde begann das, was in die Schachgeschichte als das Caro-Kann-Debakel eingegangen ist. Dazu merkte der jugoslawische Teilnehmer Großmeister Svetozar Gligoric seinerzeit an: “Die sowjetischen Großmeister schienen unter sich abgesprochen zu haben, dass sich genau hier die Achillesferse des Amerikaners befindet“.

 

Insgesamt spielte Fischer, in dem mit 8 Teilnehmern 4-rundig ausgetragenen Turnier, 5 Mal mit den weißen Steinen gegen die Caro-Kann-Vorbereitung der sowjetischen Großmeister. Seine Bilanz war ernüchternd, neben der Niederlage gegen Petrosian in der 2. Runde, die Partie zeige ich Ihnen heute, gab es auch zwei Niederlagen gegen Paul Keres. Lediglich gegen Smyslov erreichte er zweimal ein Remis.

 

Als die Kandidaten Olafsson und Benkö, in der Schlussphase des Turniers die russische Erkenntnis auch zu ihrem Vorteil nutzen wollten, erwartete Sie allerdings ein Desaster. Offensichtlich reichte die Auswahl einer Eröffnung nicht aus, um Fischer zu besiegen, es bedurfte seinerzeit schon ein bisschen mehr, wie die russische Garde deutlich machte.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

Caro.txt
Text-Dokument [4.4 KB]

Wann sind wir Wo?

Bad Zwischenahn

Montags ab 19.30 Uhr 

Spielabend

  • Vereinsheim            Haus Brandstätter

  • Am Brink 5                      

Freitags ab 15.00 Uhr

Jugendtraining

  • Realschule Humboldtstraße 1d

  • Raum 036

 

Unsere Partner

ChessOrg
Möbel Eilers
Rügenwalder Mühle

Besucherzähler

Kombination und Taktik

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Schwarzer Springer e.V.